auf den Hund gekommen - oder besser gesagt - auf die Terrier...
 

Familie "Yorkshire Biewer"

und

Tante "Jack Russel"

NIEMALS einen kleinen Hund!!!

... so dachte ich noch bis in den April 2014 hinein. Hätte mir vor diesem Zeitpunkt jemand auf den Kopf zugesagt das bei uns mal ein ganzes Rudel kleiner Hunde leben würde, ich hätte denjenigen wohl für verrückt erklärt.

Seit gut 30 Jahren begleiten GROSSE Hunde mein Leben - begeistert von den Charaktereigenschaften der Rasse "Deutscher Schäferhund" und "Hovawart" konnte ich mir niemals vorstellen, auch nicht ansatzweise, das ich mich jemals mit einer kleinen Hunderasse anfreunde.  Begleitete mich doch bis in den Juni 2014 meine Hovawart x Bobtail Hündin "Molle" schon 16 ihrer Lebensjahre.

 

 

 

... und dann kam "Tante Jack Russel" im Sommer 2013 und alles im Haus stand Kopf. Wie das so mit jungen Erwachsenen-Kindern ist überraschte die mittlerste Tochter mit einem Zweithund während eines Urlaubswochenendes,  die Familie. Der arme Hund wie sollte es anders sein brauchte unbedingt ein neues Zuhause weil... das er verstört ist merkten wir schnell * und die Argumente das er bei uns blieb waren unschlagbar formuliert,

... oh Wunder, ein Jack Russel ist so gar nicht für ein Einzimmerapartement geeignet - und auch nicht mit dem Zeitmanagement einer Auszubildenden vereinbar und

... wo gibt man ihn dann mit hin... ?Holzschräddern  zählt zu den Hauptaufgaben!

... bringt man ihn nach Hause zu Mama!  

 

 

 

Meine Gedanken überschlugen sich: Jack Russel - 12 Katzen - schon bei dem Gedanken das der Hund bei uns bleiben soll verursachen mittlere Panikatacken, ich seh Katzenfelle blutüberströmt an den Hausecken liegen, ja mal im Ernst ein Hund ist was er ist und ein Jack Russel ist nun mal ein Jagdhund und der Teller - unser Hof - ist reich gedeckt mit diversen Leckerhappen "Katzen, Meerschweinchen, Kaninchen alle in Außenhaltung mit Freigang"

... und oh Wunder - "Topf findet Deckel", verliebte sich die zweite Tochter in diesen Russel wie der Russel in die Tochter, womit die ältere der zwei Töchter frohen Mutes, um eine Verantwortung leichter sich wieder ihrer Ausbildug widmen kann im entfernten Köln.

Ich muss mir schließendlich eingestehen das Tante Jack Russel ja nicht wirklich so der Standart Jack Russel ist. Von unerschrocken und mutig weit entfernt verursachte selbst ein leises Klappern eines Metall-Futternapfes ebenso wie ein Porzelanschüsselchen, Panikanfälle bei der Guten und lautere Geräusche veranlassten sie gar dazu die Flucht anzutreten - zum Glück immer zielstrebig ins Haus und ab ins Bett unter die Bettdecke  frei nach dem Motto:

 "nichts Sehen, nichts Höhren, nichts Reden", lag die Ärmste dann da, zitternd am ganzen Körper bis sie jemand behutsam aus ihrer fingierten Höhle hervorlockte.

  Das alles ist nun, nach 1,5 Jahren fast vergessen und auch die Katzen treiben Tante Jack Russel nicht mehr ständig in  die Flucht - ja manchmal dreht sie den Spieß sogar um und sie traut sich     sogar hinter einer Katze her zu rennen um eine von ihnen auf den nächst gelegenen Baum zu scheuchen aber nur solange wie die Katze brav vor Tante Jack Russel her rennt wenn die Katze es wagt stehen zu bleiben, sich umdreht um Tante Jack Russel tief in die Augen zu schauen, wedelt Tanti nur verlegen mit eingeklemmtem Schwanz und schleicht geduckt ihrer Wege hauptsache weg von der Katze.

Sie macht sich wacker, aber trotz allem ist und bleibt sie ein Jack Russel,

ein Jack Russel der ständig auf dem Sprung ist, seine Sinne so offen sind das unablässig intensivste Eindrücke von Aussen auf ihn einfluten, die in solch grossen Mengen kaum vom Gehirn zu verarbeiten sind so das es ihm schwer fällt sich länger auf eine Sache zu konzentrieren - im Gegenzug als Ausgleich für all diese Anspannung kann unser Jack Russel unendlich lange schlafen ohne Gassie zu müssen (nicht das er nicht Gassi gehen sollte, aber er will dann einfach so früh Morgens bzw. spät Abends nicht aufstehen, sollte er sich doch aus dem Bett bequemen, nur um ins nächste freie Bett zu kriechen um weiter zu Schlafen) - es kam schon der Gedanke auf ob dies Verhalten wohl an der Körperlänge eines Jack Russels liegen mag bei der sich eine größere Raumverteilung ergibt und dieser Hund darum nicht so häufig vor die Tür muss wie unsere anderen Hunde bisher üblicher Weise raus gingen, obwohl der Jack Russel im Verhältnis - wenn er dürfte, und in unbeobachteten Momenten was er dann auch tut, Unmengen an Futter vertilgen kann - was wiederum die Theorie der Körperlänge in Krorrelation zur Verdauung undd der Gassigänge noch einmal unterstreicht.

     Aber ist ein Jack Russel erst einmal wach, dann ist er wirklich wach aber so richtig, ich sag nur "Porsche durchgetretenes Gaspedal" bis zum nächsten Tankstop (warum man mit einem Jack Russel auch wirklich viel Spaß haben kann aber man muss auch Nerven wie Draht haben um die Konsequenz aufzubringen die seine Erziehung bedarf wobei ich mich manchmal frage ob sich ein  Jack Russel wirklich erziehen läst, denn ich hege die Vermutung das alles was er tut nur macht weil er gerade Bock drauf hat nicht weil er muss)  - gut das Tante Jack Russel wenigstens in einem Punkt, dem Standart eines Hunden entspricht, bis zu 80% ihres Lebens verschlafen sie - sonst wäre er für Menschen wie uns auch schwer zu ertragen  ;-) 

Ja so hat Tante Jack Russel bei uns ihren Einzug gehalten.

 

Frühjahr 2014 ging dann ein Anfrage bei uns ein. Ein kleiner Biewer Yorkshire Welpe benötigt in absehbarer Zeit einen Endplatz - er hat eine Augenerkrankung und sein Sehen ist wahrscheinlich stark eingeschränkt - so der Anruf aus Pulheim - wenn niemand gefunden wird soll er eingeschläfert werden da sich die Besitzer selbst in einer absoluten, gesundheitlichen Notlage befanden.

"Es ist nicht einmal eine handvoll Hund!" So die Beschreibung der kleinen Hündin über das Telefon.

"OK ich nehmen sie, die kriegen wir auch noch satt". 

Später dann stellte sich heraus das die Augen des Welpen gar nicht entwickelt sind und er weder Schatten noch Schemen erkennen kann.   

 Heute ist dieser kleine Haufen Fell mit Nase der wachsamste Hund im Rudel.

Sein Geruchs- und Hörsinn ist so sehr ausgeprägt das er sich für fremde Menschen so bewegt, das ihnen die Blindheit des Hundes nicht auffällt.

 

Die Ehre der Terrier verteidigend, ist Amelie entgegen Tante Jack Russel, die jenige Hündin die zum Katzenschreck forciert auf unserem Hof und ich kann nur sagen: "Gut das sie soooo ein kleines Maul hat und nur halb so gross ist wie die kleinste unserer Katzen", so werden Amelies doch recht ernst gemeinten Atacken gegen die Katzensippe, von diesen eher als lästiges Übel angesehen dem man aus dem Weg gehen sollte will man als Katze seine Ruhe haben.  

Nicht ganz unschuldig an diesem unerzogenen Verhalten sind die Katzen selbst die der kleine Amelie als diese noch kleiner war als jetzt , ständig ihr  Futter streitig machten und Amelie so manch schmerzlichen Prankenhieb einstecken muste - bis jetzt !

Als ich die kleine Amelie in Köln abholte, als Trefpunkt war die Tierarztpraxis des betreuenden Arztes gewählt, erfuhr ich im Warteraum von dem jungen Mann der die kleine Amelie bei sich trug das tragische Schiksal der Familie, meine Anteilnahme war ihm sicher und weis der Himmel was mich da geritten hat, hörte ich mich sagen: " Also wenn ihr gar nicht wisst wohin mit den Hunden (es waren um die 8 wenn ich mich recht entsinne) dann dürft ihr euch noch einmal melden, einer wird noch bei uns rein passen, wir haben einen Hof."

Direkt nach dem ich mich diesen Satz aussprechen hörte war ich selbst über mich erschrocken. Wie konnte ich nur noch einen Hund ...

ich beruhigte mich mit wer weis was passiert vielleicht melden die sich ja auch garnicht.

So genoss ich die Zeit mit der kleine Amelie die in Tante Jack Russel eine gute Lehrmeisterin gefunden hatte und ich kann sagen es gab bei diesem blinden kleinen Hund Entwicklungsschritte die sich wirklich von heute auf morgen vollzogen

- bumms da war es jetzt konnte sie etwas mehr, von jetzt auf gleich, es hat mich jedes mal vom  Hocker gehauen und immer dachte ich das gibts nicht nochmal, es überraschte mich immerwieder aufs Neue das ein blinder Hund so selbstbewußt mit einr selbstverständlichkeit, mit soviel Lebensfreude und Power ins Leben strebt. 

 Amelies erstes eigenes Stöckchen! Selbst gefunden und davon getragen.

 

Ein Kater übernahm die Rolle der führsorglichen Mutter bei dem kleinen Welpen. Die beiden unternahmen sogar Spaziergänge miteinander ... zumindest solange Amelie noch ein Welpe war ;-)

 

Dann hatte ich es schon fast vergessen, kam der Anruf der mich aus meinem Samstagnachmittags Trott riss. "Wollen sie noch den Hund haben, dann kommen sie bitte in die Praxis (nach Pulheim) die Besitzer bringen gleich den Hund die Besitzerin ist verstorben."

Da war sie wieder meine Angst vor der eigenen Courage. Wie hatte ich nur anbieten können noch einen Hund aufzunehmen. Wer weis was für einen Hund ich jetzt bekomme.

Ich musste mich selbst tadeln, war ich doch am Leben und eine Frau, eine Mutter gestorben und sicherlich ist es nicht einfach dann auch noch die Tiere aufgeben zu müssen. Ich schämte mich für meine Feigheit.

So fuhr ich am späten Nachmittag los um die Biewer Dame "Lady" in Empfang zu nehmen und noch ein Yorkshire zog bei uns ein.

   

"Lady", sie ist wirklich eine Lady und auch diese Hündin, ebenso wie der Yorkshire meiner Tochter und die kleine Amelie haben mein Herz im Sturm erobert nicht wegen ihrer Kleinheit, nein wegen ihres enorm großen Herzens und ich muss mir eingestehen das ich niemals, aber auch wirklich niemals gedacht hätte das eine so kleine, praktikable Hunderasse so GROSS sein kann.

Sowohl sportlich als auch Mental können die Kleinen mit den Grosse mithalten nur ein Umstand der mir im Älterwerden sehr entgegenkommt haben die Kleinen den Grossen voraus  - sie passen sich jeder Wohnungsgröße an und benötigen keine Mamutmärsche um ein angemessenes Bewegungpensum zu bekommen, da reicht auch mal der Garten für ein paar Stündchen wenns sein muss, ansonsten genießen sie es ebenso wie die Grossen mit dem Wind um die Wette zu rennen und dabei sind sie so sehr dem Menschen zugetan das es auch den harten, konsequenten Brocken Mensch, schwer fallen mag sich diese Tiere vom Leib zu halten die so sehr die direkte Nähe des Menschen genießen und es ihm auch auf liebenswerte Weise zuteil werden läst. 

Also ich habe es nicht geschafft die Yorkis aus dem Bett zu verbannen - irgendwann waren sie einfach mit drin, klamm heimlich und ganz klein - nehmen sie nicht wirklich Platz in Anspruch und sind dabei immer liebenswert zurückhaltend.

(Der Yorkshire und SEIN Menschen)

 ... und weil man nicht wirklich etwas gegen die Yorkshiritis tun kann außer sie zu genießen, gibt es jetzt auf der Langseite vom 1,40 x 2,00 m Bett noch ein paar Kissen mehr - die Schlafplätze der Yorkis ...

und ich muss sagen ich genieße es!

Es gibt keinen Tag mehr an dem ich mich icht an diesen kleinen Rackern erfreue und kein Tag vergeht ohne das ich der mir unbekannten Dame danke die viel zu früh aus dem Leben genommen wurde und ihrer Familie das sie mir diese zwei wunderbaren Geschöpfe anvertraut haben.  Danke aus tiefstem Herzen!

Ja und weil 2 Yorkshire und ein Russel keine glatte Summe ergeben beschlossen wir auch noch den Balu zu uns zu nehmen. Seine Besitzer gingen aus beruflichen Gründen nach Afrika, die Hunde konnten nicht mitgenommen werden. Balu so hofften wir würde ein guter Spielgefährte für die nun fast erwachsene Amelie. Balu passte vom Körpervolumen und vom Verhalten her mit seiner Sanftmut ideal zu Amelie. Mit Tante Jack Russel die sicherlich eine gute Lehrmeisterin fürs Graben und Stöckchen suchen gewesen ist konnte Amelie nicht wirklich warmwerden im Spiel da beim Rumtollen, Tanti doch etwas zuviel "Panzer" vorgibt und viel zu laut für einen blinden Yorkshire ist was es Amelie fast unmöglich machte die spielerisch gemeinten Aktionen auch als diese eindeutig zu interpretieren, zu sehr schüchterte sie das wenn auch spielerisch, gut gemeinte Knurren und Brummen von Tani ein.

Balu war ein Glücksgriff jetzt nach einer Eingewöhnungsphase und ausgiebigen Beobachtungen die er bezüglich Amelie angestellt hat, hat er scheinbar verstanden das sie irgendwie anders funktioniert im Verhalten, unsicher ist und Balu hat sich gekonnt darauf eingestellt das Amele nicht sehen kann und bringt ihr Spielzeug und Papierbälle um mit ihr daran ziehen zu können aber immer so sehr vorsichtig das Amelie nicht die Lust am Spiel verliert.

Das direkte gegenteil ist Balu wenn er mit Tante Jack Russel spielt, die beiden "prügeln" sich regelrecht und es geht im Affentempo über Boden und Sofa, Stock und Stein. Balu hat das gewisse etwas an Feingefühl was es ihm ermöglicht sich auf unterschiedlichste Charaktere und Situatinen einzustellen und ist dabei immer bemüht zu gefallen.

Er ist gefügig und ebenso wie unsere anderen Yorkis, dem Menschen sehr zugetan. Das zeigt sich beim Spaziergang wo er zwar freudig andere Menschen und Hunde begrüßt aber immer seinen Menschen im Auge behält. Bei Lady die eher die zurückhaltende Position einer Dame einnimmt habe ich noch nicht erlebt das sie wirklich Spielt ab und an ein ausgelassenes Joggen und die anderen Hunde durch dann ist es aber auch gut gewesen. Eine Lady weis halt wie sie sich zu benehmen hat ;-)

Balu hingegen apportiert Stöckchen und Bälle und rast mit Tante Jack Russel um die Wetter und macht dabei eine Figur wie ein Windhund und läst Tanti alt aussehen mit seinen wendigen Manövern mit denen er sie austrickst. Beim Spiel bremst er jedoch aufmerksam ab wenn Tanti nicht hinterher kommt um die Dame bei Laune zu halten rennt er manchmal sogar mit dem Stöckchen zurück zu ihr wenn sie beleidigt abdreht um Tante Jack Russel zum weiter spielen zu animieren. Einfach ein Klasse für sich der Balu.

Yorkshire Terrier "Balu"

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